Hamburger Morgenpost berichtet:

in Presse
Hamburger Morgenpost 9.9.2015
Di, 06. Oktober 2015

Unter dem Titel „Helmut Schmidt meets Barack Obama“ sind in der überschaubaren Galerie ausschließlich Werke aus dem Zyklus zu sehen, in dem er die beiden Politiker in recht unterschiedlichen Grundstimmungen schwarz-weiß fotografiert hat – teilweise direkt vom Bildschirm seiner Fernsehers – und hat diese anschließend digital überarbeitet. Den bekannten medialen Bildwirkungen versucht Ernst-Hermann Ruth etwas entgegenzusetzen. Die in unterschiedlichen Situationen gezeigten Politikerfotos sind allesamt überarbeitet, teilweise verfremdet, auf Umrisslinien reduziert worden, übermalt und in abstrakt räumlich-emotionale Zustände versetzt. Einerseits bewahrt Ruth so den individuellen Ausdruck der Menschen Schmidt und Obama, andererseits kann er ihn aber auch unterstützen und navigieren. Der Betrachter versteht schnell, dass es inhaltlich dem Photodesigner gar nicht um Politik oder Politiker geht, sondern um die menschlichen und emotionalen Momente, die ein Gesichtsausdruck in sich trägt und ganze Bände erzählen kann. Bis auf eine Ausnahme entsteht in der Ausstellung zwar dabei keine konkrete Narration, aber der Betrachter ist in die Lage versetzt, eine direkte emotionale Kommunikation zu sich selbst aufzubauen.

Prof. Klaus Friede, KulturPort Hamburg