Helmut Böning

in Künstler

Termine mit Helmut Böning

Kunstausstellung: KINO im KOPF, Surrealistische Gemälde von Helmut Böning

Veranstaltungszeitraum

17. August 2016 – 3. September 2016

Veranstaltungsort

Galerie im LEVANTEHAUS, Mönckebergstraße, 20095 Hamburg, Deutschland

Kunstausstellung KINO im KOPF Surrealistische Gemälde von Helmut Böning, Hamburg Vernissage: Mittwoch, 17. August 2016 19.00 Uhr Dauer:            bis 3. September 2016 Geöffnet werktags:  11.00 Uhr bis 18.00 Uhr, Eintritt frei Kuratur und Organisation: Forum Kunst&Dialog

 

HELMUT BÖNING, Hamburg

Surrelaistische Malerei

Jahrgang 1953 – geb. in Bremen

Studierte Kunstwissenschaft und Kunstgeschichte in Hamburg und München.

Aufgewachsen ist er in einem Elternhaus, das die künstlerische Ästhetik, die Architektur, das Design der berühmten und bis heute beeinflussenden Kunstrichtung „Das BAUHAUS“ bewunderte. So kam er bereits in jungen Jahren mit Design bzw. Warenästhetik in Berührung.

Früh bereits kreierte er sein künstlerisches Umfeld. Filme von Bunuel, Fellini, Godard beeinflussten ihn ebenso, wie die Auseinandersetzung mit Andre Bretons surrealistischen Manifesten.

Sein konzeptionelles Denken wurde geprägt durch die Beschäftigung mit dem Maler, Objektkünstler, Mediaperformer und Mitbegründer der Konzeptkunst Marcel Duchamp.  Bei ihm ging es um die Klärung des Wertes der ästhetischen Aussage.

Marcel Duchamp war auch der Künstler, der mit seinen Ready-Makes erstmals Aufsehen erzeugte. Ein berühmter Nachfahre war Josef Beuys.

Zwar malte Helmut Böning bereits als Jugendlicher, doch sein beruflicher Schwerpunkt sollte für viele Jahre die Werbebranche werden.

Er arbeite als internationaler Creativ Director in Hamburg, Paris, New York, und Düsseldorf, drehte über 100 Werbespots und seine Arbeiten wurden vielfach prämiert. Awards vom Art Directors Club, Eurobest, Effi, International Festival of Advertising New York waren die Folge.

Nach einem dramatischen Wendepunkt 2003/2004 in seinem Leben wurde die bisherige berufliche Laufbahn verlassen, in dessen Folge der Künstler seine Kreativität nicht mehr der erfolgreichen Bewerbung von Marken widmete sondern sich nur noch auf seine außergewöhnliche surrealistische Malerei konzentrierte. Damit schaffte Helmut Böning sich Freiräume, die er jahrelang in seinem Beruf vermisste. Seitdem entstehen wieder Ölbilder auf Leinwand, die „KINO IM KOPF “ bedeuten und den Betrachter in eine Welt führen, in der es Abgründiges wie Schönes zu entdecken gibt, in der Traumhaftes wie Traumatisches ihre Berechtigung finden.

Frei von den Zwängen einer erfolgsorientierten Decodierbarkeit werblichen Schaffens, ist heute die Deutbarkeit seiner Bilder für Böning völlig unerheblich. Viel wichtiger erscheint ihm folgendes:

„ES LIEGT ALLEIN IM AUGE DES BETRACHTERS, AUF WELCHEN FILM ER SICH ANGESICHTS DIESER WERKE EINLÄSST.“

Wenden wir uns nun seinen außergewöhnlichen Gemälden zu.

Schaue ich mir diese phantastischen Bilder an – liegt der Schwerpunkt bereits auf „Phantasie“…Es scheint, dass der Künstler das Geheimnisvolle, das Unbekannte, das Unterbewusste in Szene setzt, mittels traumhafter Darstellungen von Figurenkompositionen, bei vielen jenseits aller Materialität.

Wir – die Betrachter tauchen ein in eine Welt der „Tiefseelenforscher“, wobei die Seele, die sich hier mit ihren Freuden, Klemmungen und Leiden präsentiert, der Seele des Künstlers entsprungen zu sein scheint und dennoch Allgemeingültigkeit hat. Tauchen wir mit ihm ab in die Tiefen der Seelen, auf den Urgrund des Unbewussten, dann finden wir versteinerte Bäume, die Böning zu merkwürdigen Physiognomien umformt, zahllose Augen den Betrachter beäugen und in den Bann ziehen – sozusagen als unheimliche Gestalten sich ihm entgegenstrecken – dennoch aus sicherer Distanz. Beschäftige ich mich mit diesen Baumgesichtern erinnern sie nach längerer Betrachtung an Fabelwesen nordischer Geschichten und Märchen. Trolle, die im Wald ihr Wesen treiben. Sie können heil aber auch Unheil bringen, ganz wie der Betrachter es sehen will.

Aber es gibt auch die biomorphen Figurationen – Köpfe und Körper, die in sich verknotet in den Himmel oder eine weitere imaginäre Welt wachsen. Wir entdecken phantastisch fremde Traum-Architekturen, mystische Parallelwelten, erstarrte Wälder, Wolkenguckern erdrückt oder beglückt von der Kraft des gewaltigen Himmels, dem ein Bär innewohnt, oder der kleine Elefant, der irgendetwas mit einer Erdbeere zu tun hat. Aber vergessen wir nicht – es ist immer eine surreale Stimmung, die hier wiedergegeben wird, deren Lösung jedes Individuum bei sich selbst finden kann.

Manche Interpreten bezeichneten die surreale Kunst (bekanntester Interpret Salvador Dali aus Spanien und in Deutschland Max Ernst und Richard Oelze) auch Wahnsinnsmalerei. Was hat das aber mit KINO im KOPF zu tun?

Helmut Böning schafft Traumwelt, Welten des Unbewussten, Mystik-Welten, schafft Doppeldeutigkeiten, die während des Malprozesses sich beständig weiter entwickeln. So ergibt ein Bild das nächsten, ein Symbol erweitert sich um das folgende, eine Geschichte erzeugt eine weitere Geschichte – ein Prozess der läuft und läuft – sich abspult ohne konkrete verbindliche Aussage.

Es ist wie im Kino – die Geschichte läuft und läuft über unendlich viele sich aneinanderreihende Bilder.

Inspirieren lässt Böning sich während des Malens von speziell zusammengestellten Soundtracks – ein akustischer turn-around, um noch tiefer in die emotionale Welt einzutauchen. Hier erkenne ich auch die tiefe romantische Veranlagung des Künstlers.

Dennoch will der Künstler keine konkrete Aussage machen – das überlässt er dem Betrachter. Möge ein jeder seinen eigenen Traum, seine eigene Welt schaffen – wie im Kino!

Was mich veranlasste eine Ausstellung mit Helmut Bönig zu machen war neben dem bisher Gesagten, einem unglaublichen Maler, Zeichner und Grafiker begegnet zu sein. Ein Könner durch und durch – Ölmalerei und Dekalkomanie – die ich in dieser Perfektion noch nicht gesehen habe. Dekalkomanie ist eine spezielle Drucktechnik, die zufällige Strukturen im Gemälde mit einplant mit dem Ziel das steuernde Bewusstsein während des Schaffensprozess ausschalten – sprich: die Einbeziehung des Zufalls in den Malprozess zu integrieren.

Und nun lassen Sie das „KINO im KOPF“ lebendig zu werden – lassen Sie sich ein auf die wundersamen Geschichten in den Bildern bzw. Gemälden und nutzen Sie die Anwesenheit des Künstlers für interessante Gespräche.

Eröffnungsrede

“KINO IM KOPF” August 2016 im LEVANTEHAUS in HAMBURG, Dr. Evamaria Brehm, Kuratorin der Ausstellung