Claudia Artopé, Malerin

in Künstler

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www.claudia-artope.de

 

ORNAMENT & FLÄCHE in einen malerischen Dialog zu bringen, ist ein spannendes Unterfangen. Hier gilt es Gegensätze in ein harmonisches Ganzes zu bringen. Fläche und Ornament sind im Bild von gleicher Relevanz. Durch vielschichtiges Wegnehmen oder Sichtbarmachen von Flächen und Ornament-Fragmenten, lassen sich Geschichten erzählen, die dem Betrachter Raum lassen für eigene Assoziationen.

In der Zeit des Art Deco kam das Ornament zu seiner vollen  Blüte. Nach dem ersten Weltkrieg empfand man es als zunehmend überflüssig und unzeitgemäß. Da es nach dem ersten Weltkrieg endgültig in der Kunst seine Daseinsberechtigung eingebüßt hatte, suchte man nach einem radikalen Neubeginn und fand ihn in der Neuen Sachlichkeit. Ornament und Avantgarde schienen auf lange Zeit unvereinbare Gegensätze. Trotz aller Berührungsängste gab es in der klassischen Abstraktion nach wie vor eine sichtbare Affinität zu Formen mit ornamentalem Charakter.

Auch figurative oder gegenstandslose Kunst muß das Sujet einem Prozeß der Formung von Ordnung und Struktur unterwerfen; sie bildet also selbst den Schauplatz ordnender Prozesse, wie sie im Ornament in einer lediglich radikalisierten Gestalt hervortreten. Das Ornament hat eine autonome Qualität, es tritt hervor mit einer eigenen Dynamik und Aussage. Es ist eine Signatur der inneren Dinge.

 

Kunst hat vor diesem Hintergrund die Funktion, uns etwas zuzuflüstern. Jede geschaffene gestalterische oder malerische Welt erzählt uns etwas, fordert auf hinzuhören, uns einzubringen, Überflüssiges wegzunehmen und Wichtiges durch die Kraft der Phantasie hinzuzufügen. Der Widerspruch von verspieltem Ornament zu ruhiger Fläche erscheint zuerst als unvereinbares Element und doch steigert es gleichzeitig die gestalterische Dramatik. Dies ist nicht nur ein Element bei allen narrativen Ausdrucksformen, sondern auch in anderen Kunstformen.

Die Malerin Claudia Artopé setzt die Widersprüche gezielt ein, um sie letztendlich in eine gestalterische Balance zu bringen. Die vielschichtigen Texturen und Schichtungen ihrer Arbeiten, die sensiblen Verflechtungen von kühlen und warmen Farbtönen, die differenzierten Arbeitsmethoden erzählen alle von Varianten und Prozessen, die uns umtreiben, wenn wir etwas schaffen. Die Absicht einer klaren, ergebnisorientierten Idee wird dabei den Vorgängen geopfert, die sich im Schaffen selbst ergeben. Diese Vorgänge, diese Entstehungsgeschichten lassen das Maß und den Dialog von Ruhe und Spannung, Klarheit und Dichte, Zeichen und Fundament aus sich heraus entstehen. Die Motive entstehen aus dem malerischen Prozeß, ohne von einer Absicht getrieben zu sein. Aus den verfügbaren Bedingungen wie Leinwand, Farbe, Linie, Fläche und Gestaltung entsteht ein Dialog, es spinnt sich eine Geschichte, es webt sich ein Stoff, der aus dem Material der Phantasie hervorgeht.

Dass dabei keinem Element, weder Ornament noch Fläche, ein Vorrang eingeräumt wird, könnte fast als Metapher auf das Leben bezogen werden. Denn was ist von größerer Relevanz: die „echte“ Wirklichkeit oder die inneren Welten des erlaubten Träumens und der geheilten Wege? Zwei Ebenen die sich ergänzend bereichern.

In den Bildern von Claudia Artopé werden wir aufgefordert, unsere eigenen Assoziationen einzubringen. Wir sollen, in einer allzu naturwissenschaftlichen Welt, uns der Kraft der Vorstellung hingeben, um gestärkt in die Wirklichkeit zurückzukommen. Dies ist nicht nur ein Tiefe und Entspannung schaffender Vorgang, sondern geradezu ein soziales Element: in den Geschichten der Welt kommen wir zusammen, in den Mythen findet sich jedes Thema der Menschheit. In Ornament und Fläche werden wir auch gefordert, Zusammenkünfte zuzulassen und eine Verbundenheit zu erleben, die getragen und umrandet ist vom Mut zum Fragment und dem Anspruch an Harmonie auf begrenztem Raum. Beides ist zu beschreiben als Lebensmotto, aber beides ist auch stärkend vorzufinden in den farbreichen, dichten und gleichermaßen leichten Arbeiten von Claudia Artopé.

 

Dr. Celina v. Bezold

München 2013

 

VITA

 

1962-63      Werkkunstschule, Offenbach

1963-65      Akademie für Grafik, Druck & Werbung,

Berlin, Abschluss Grafik/Illustration

1965-90      Art-Direktion für verschiedene

Werbeagenturen

Seit 1991   Freischaffende Tätigkeit

 

 

GEMEINSCHAFTS-AUSSTELLUNGEN (Auswahl)

 

1996-06      Jahresausstellung Kunstverein Gauting

1997            Galerie Ruf, München

1998            Galerie Glage, Königstein

2000           Kulturtage 2000

Clermont l´Hérauet, France

2002            Salon Violet, Paris

2003-10     Galerie Ruf/München

2006            Flying carpet/ Landratsamt Starnberg

2008            KUNST ZECHE Penzberg

2011            Salon International Béziers/Beaux-Arts ,FR

2011            KUNST IM KLOSTER, Internationales

Kunstfestival Benediktbeuren, OBB

2012            KUNSTZONE GRÄFELFING

 

 

 

EINZELAUSSTELLUNGEN (Auswahl)

 

1999            Galerie Landstrasse 3, Wien

2001            Galerie Ruf, München

2002            Galerie am Rathaus, Sommerhausen

2002            Galerie am Fels, Kallmünz

2003            Art-Tenne, Wangen

2005            Galerie Ruf im AUGUSTINUM, München

2008            Galerie Ruf/ Artefleur/ Harmating

2009            Galerie Fuhrmann/ München

2010            Galerie 927 im Lehel, München

2011            Dorfgalerie Edith Sassen, Planegg

2013            Galerie Kuhn & Partner, Berlin

2016            Hotel Klostergasthof, Thierhaupten

2016            Kreisklinikum, Starnberg

 

 

 

Kontakt:

Claudia Artopé

Alois Johannes Lippl. Str. 14

82166 Gräfelfing

 

www.claudia-artope.de

hcartope@t-online.de