Eröffnung: Ausstellung “SPHÄREN” von Werner Jost

 

Freitag, 9.10.2015 Eröffnung der Ausstellung “SPHÄREN”, Bilder von Werner Jost im “Offenen Atelier” in Quickborn bei Hamburg

Eröffnungsreder zur Ausstellung mit  Werner Jost

malt eigentlich schon immer…………und habe sozusagen begleitend studiert: Romanistik, Germanistik, Philosophie, Geschichte und Kunstgeschichte in Mainz, Dijon und Bayreuth. Er hat den Magister Artium erworben, das Staatsexamen gemacht und schließlich auch promoviert mit dem interessanten Thema: Räume der Einsamkeit bei Marcel Proust.

Seit 1988 ist er Mitarbeiter im Goethe-Institut teils in Deutschland, teils in Frankreich.

Wie er selber sagt, diese berufliche Qualifizierung lief nebenbei…Er hat gemalt, wobei sein künstlerischer Weg von ursprünglich konkreten, aber nicht realen „Seelenlandschaften“ ausging und sich dann allmählich zu abstrakten, farblich reduzierten und sich intensivierenden Ausdruckformen in der Darstellung weiterentwickelte.Die Kunstwerke von Werner Jost sind abstrakte, kraftvolle, kontrastreiche, kräftige und schwungvolle, auf das wesentliche reduzierte Farbräume ohne örtliche Gebundenheit und ohne Figuration. Er konstruiert Farben, Formen, Linien, Punktierungen dramatisch gegeneinander und schafft dadurch eine ganz eigene kompositorische Dynamik. Die zumeist kleinformatigen Bilder scheinen sich in sich selbst zu bewegen oder in sich zu rotieren (z.B. ROTation). Räumlichkeit und Komposition verbinden sich – und – streben sogleich wieder auseinander, zumindest scheint es so – eine Parabel auf die Flüchtigkeit eines Augenblicks? Oder aber fest eingebunden in den offenen Raum wird – wenn man so will – die Dialektik zwischen Flüchtigkeit und Dauerhaftigkeit erkennbar, oder deren Widersprüchlichkeit zueinander. In der Konstruktion dieser Widersprüchlichkeit liegt das, für mein Verständnis, Charakteristische wie auch die Raffinesse dieses ausdrucksstarken Künstlers. Werner Jost arbeitet mit transparentem Licht und starkem Farbgestus. Dennoch geht er eher sparsam mit Farbe um. Manchen Bildflächen verschafft er mit nur zwei konträren Farben und schwungvollem, breiten Pinselstrich entweder in Öl, meistens in Mischtechnik eine nahezu absolutistisch dramatische Ausdrucksform – mehr Mittel braucht er dazu nicht. Oder aber er wählt einen kleinen roten Fleck, setzt diesen gekonnt in Szene und pointiert einzig mit dieser Winzigkeit die gesamte Dramaturgie eines Werkes. Abstrakte Malerei lässt dem Betrachter die Freiheit der persönlichen Interpretation eines Bildes – bzw. regt an – ohne Ablenkung oder Festlegung durch figurative Motive – sich emotional auf ein Bild, ein Kunstwerk einzulassen, sozusagen einen inneren Dialog zu führen mit den eigenen Gefühlen sowie denen des Künstlers, der schließlich das Werk geschaffen hat. So verstanden, schafft Werner Jost auch heute noch unverkennbare atmosphärische „Seelenlandschaften“, baut eine emotionale Brücke zwischen der Ausdrucksform seines Bildes und dem Betrachter. Doch in dem Augenblick, in dem der Betrachter meint, er habe die Hintergründigkeit eines Bildes, sein wahres Wesen auf der emotionalen Ebene für sich erschlossen, verschwimmt das vermeintlich Offensichtliche schon wieder und wird zum Rätsel. Was mich an diesen Bildern so fasziniert ist einerseits die Kraft die sie ausstrahlen, die Kompromisslosigkeit, mit der sie meine Aufmerksamkeit fesseln ohne Schnörkel, ohne Ablenkung oder Effekthascherei, lediglich geführt durch konsequente Linienführung in konzentrierten Farbräumen. Trotz der in manchen Bildern teilweise erkennbaren Dramatik, strahlen die Bilder für meine Wahrnehmung eine unglaubliche Ruhe und Gelassenheit aus. Die Ruhe und Gelassenheit des Künstlers?Hochinteressant in diesem Zusammenhang die Serie Dépression I-V, die für mich keinen Zugang zum Depressiven erkennen lässt, eher eine humorvolle Verspieltheit – und daraufhin angesprochen, vom Künstler auch alles andere als depressiv erklärt werden….. Die Bilder von Werner Jost sind spannend, fesselnd und auf eine eigenwillige Weise auch zart und zurückgenommen – und sie sprechen für sich selbst.

Werner Jost hat an verschiedenen Gemeinschaftsausstellungen teilgenommen u.a. das 1. Internat. Festival „Kunst im Kloster“,Benediktbeuern, Einzelausstellungen konnte er präsentieren u.a. in Wiesbaden, Heilbronn, Paris, Brüssel und München

Dr. Evamaria Brehm, Geschäftsführerin Forum Kunst&Dialog

 

 

 

 

 

 

 

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